Hinrichtung dank Gouverneur gestoppt. August 31, 2007
Posted by geraniol in Artikel 3, Hinrichtung, Leben, Todesstrafe.add a comment

Als ein Gegner der Todesstrafe freue ich mich auch einmal besonders, denn Kenneth Foster darf leben.
Sechs Stunden vor seiner geplanten Hinrichtung hat der texikanische Gouverneur Rick Perry seine Strafe in eine lebenlange umgewandelt und ist damit der Empfehlung seiner Behörde für Bewährung und Begnadigung gefolgt. Er kommentierte sein Vorgehen wie folgt:
„Nach sorgfältigem Abwägen der Fakten in diesem Fall und angesichts der Empfehlung der Begnadigungsbehörde glaube ich, dass es die richtige und gerechte Entscheidung ist, Fosters Urteil von einer Todesstrafe in lebenslänglich zu verwandeln.“
Er folgt damit Artikel 3 der Menschenrechte, der jedem Menschen ein Recht auf Leben einräumt.
Genauso wie zu kritisieren ist, wann immer Macht falsch ausübt wird, ist es nur fair und angebracht, Menschen in Machtpositionen zu loben, wenn sie – wie in diesem Fall – auf gerechte Art und Weise ihren Einfluß einzusetzen vermögen.
Es wäre allerdings sehr schön gewesen, wäre der Anlass für ein explizites Bekenntnis zu den Menschenrechten genutzt worden.
Davon war nämlich nicht die Rede.
Religionsfreiheit in Ägypten? August 18, 2007
Posted by geraniol in Artikel 2, Artikel 18, Baha'i, Christentum, Islam, Religionsfreiheit, Staatsbürgerschaft, Ägypten.add a comment

Ein auf Compass Direct News erschienener Artikel veranschaulicht ein interessantes Dilemma. Es ist die Geschichte eines ägyptischen Mannes, der beschlossen hat, vom Islam zum Christentum zu konvertieren und sich nun in einer sehr prekären Lage wiederfindet. Ihm wird kein Personalausweis ausgestellt, der ihn als Christen ausweist.
Für sein Recht auf Ausstellung eines Personalausweises, geht er nun vor Gericht.
Bisher werden Bahá’ís ihre zivilen Rechte in Ägypten verweigert. Als Rechtfertigung wird angeben, den Bahá’í-Glauben nicht anzuerkennen. Ägypten hat klar festgehalten, dass es nur drei Religionen als göttliche anerkennt: konkret ist das der Islam, das Christentum und das Judentum. Offiziell wird jedem Anhänger und jeder Anhängerin dieser Religionen volle Staatsbürgerschaft gewährt.
Nun aber liegt ein Fall vor, in dem ein Mann, der einer von drei in Ägypten angeblich anerkannten Religionen angehört, aber offensichtlich seiner Rechte beraubt wird, da er vom Islam zum Christentum konvertiert ist.
Im Gegensatz dazu ist der rechtliche Übertritt vom Christentum zum Islam häufig in Ägypten und tatsächlich haben die, die konvertieren keinerlei Schwierigkeiten Personalausweise zu erhalten, die sie als Muslime ausweisen.
Quelle: Baha’i Faith in Egypt – eٍine Übersetzung aus dem Englischen.
Gerechtigkeit – etwas Absolutes? August 17, 2007
Posted by geraniol in Artikel 5, Bulgarien, EU, Folter, Gerechtigkeit, Libyen, Menschenrechte, Selbstjustiz.add a comment

Immer noch geht mir der Fall der bulgarischen Krankenschwestern durch den Kopf. Zuerst ein hochoffizielles Abkommen zwischen Libyen und der EU und dann das Eingeständnis: es wurde gefoltert. Mit Stromschlägen und Drohungen gegen die Familien. Darf soetwas durchgehen? Natürlich nicht, aber offensichtlich kann es das leider manchmal. Und genau darum geht es in diesem Blogeintrag.
Wie geht man mit einer Situation um, in der man betrogen wurde? In der die Gegenseite mit falschen Karten gespielt hat, aber davon kommt? Nur allzu gerne möchte man in solchen Fällen eine Art der Selbstjustiz erwägen. Wenn der andere unfair spielt, warum habe ich nicht auch das Recht die Regeln zu ändern? Ich bin ja – im Gegensatz zum anderen – interessiert an Gerechtigkeit.
So ein Denken ist nachvollziehbar. Denn es ist nicht schön, Ungerechtigkeit zu erfahren, und darüber hinaus womöglich noch ertragen zu müssen. Aber diese Disziplin ist meiner Meinung nach einfach notwendig und wir müssen uns in ihr üben. Auch wenn andere über ihren vermeintlichen Erfolg triumphieren.
Alleine schon deshalb ist das Erdulden von Ungerechtigkeit kein Zeichen der Schwäche – im Gegenteil. Und schließlich hat man ganz andere Mittel (bloggen
).
Nicht nur, dass auch alles andere sehr kindisch wäre: wie könnte es eine Form der Ordnung überhaupt geben, wenn jeder, der sich ungerecht behandelt fühlt, sich auf das Niveau einer Gerechtigkeit des Stärkeren herablässt?
Abdu’l-Bahá schreibt in den Beantworteten Fragen (Kap.76):
Die Rache nun ist, der Vernunft entsprechend, auch zu tadeln, weil durch Rache nichts Gutes für den Rächer gewonnen wird. Wenn etwa jemand einen anderen schlägt und der Geschlagene sich rächt, indem er die Schläge zurückgibt, welchen Nutzen hat er davon? Ist dies Balsam für seine Wunde oder ein Heilmittel für seinen Schmerz? Nein, Gott behüte! In Wahrheit sind beide Handlungen dieselben, beide sind unrecht; der einzige Unterschied ist der, daß die eine früher und die andere später erfolgte. Wenn darum der Geschlagene verzeiht, vielmehr wenn er in einer Weise, die der gegen ihn gehandhabten entgegengesetzt ist, handelt, so ist dies des Lobes wert. Das Gesetz der Gemeinschaft bestraft den Angreifer, aber es nimmt keine Rache. Diese Bestrafung hat den Zweck, zu warnen, zu schützen und Grausamkeit und Vergehen zu bekämpfen, damit andere nicht auch rücksichtslos sind.
Wenn aber der Geschlagene vergibt und verzeiht, zeigt er die größte Barmherzigkeit. Dies ist der Bewunderung wert.
Gerechtigkeit ist nichts Absolutes. Es ist eine Wissenschaft für sich, in der wir nicht aufhören können und dürfen, immer wieder zu neuer Erkenntnis zu gelangen. Bei aller Relativität können wir aber auf eines stolz sein: auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als minimalen Standard für Gerechtigkeit auf dieser Welt.
Motivé! Motivé! August 16, 2007
Posted by geraniol in Gerechtigkeit, Menschenrechte, Verschiedenes.add a comment
Hallo! Und herzlich willkommen!
Schön, dass Du hier bist und interessiert bist, Dich mit Menschenrechtsfragen auseinander zu setzen!
Mein Blogname ist Geraniol und ich habe diesen Blog eingerichtet, um einen Beitrag im Kampf für Gerechtigkeit zu leisten. Ich bin Bahá’í und habe mir bisher in meinem Leben über meine eigenen Menschenrechte wenig, wenn überhaupt, Gedanken machen müssen.
Nicht jeder ist so glücklich. Es gibt viel Leid in der Welt und irgendwo muss man sich fragen: Wo liegt die Schmerzgrenze? Wann muss man was machen? Und vor allem: was kann ich machen?
Ich habe mir diese Fragen wie folgt beantwortet: Die Schmerzgrenze ist die weltweite Einhaltung von essentiellen Menschenrechten und wenn diese verletzt werden, gilt es auch um das Recht anderer zu kämpfen.
Was kann jeder von uns machen?
Mit unterschiedlichsten Leuten reden, über Dinge schreiben und bloggen. Vom eigenen Ego losgelöst, im Dienste der Gerechtigkeit.
Ich möchte diesen Blog gerne als Gruppenblog führen, denn jeder konstuktive Beitrag ist willkommen. Leider kann man sich nicht direkt registrieren, aber ich kann Benutzer zu meinem Blog eintragen.
Artikel 30 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte August 16, 2007
Posted by geraniol in Artikel 30, Beseitigung, Freiheiten, Gruppe, Handlung, Person, Staat, Tätigkeit.1 comment so far

Keine Bestimmung dieser Erklärung darf dahin ausgelegt werden, daß sie für einen Staat, eine Gruppe oder eine Person irgendein Recht begründet, eine Tätigkeit auszuüben oder eine Handlung zu begehen, welche die Beseitigung der in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten zum Ziel hat.
Quelle: UNHCHR