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Verhandlungsvorbereitungen der Ägyptischen Initiative für Persönlichkeitsrechte Oktober 26, 2007

Posted by geraniol in Artikel 7, Artikel 13, Artikel 15, Artikel 18, Artikel 22, Ägypten, Baha'i, Gericht, Religionsfreiheit, Staat, Staatsbürgerschaft, Verfahren.
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Die Ägyptische Initiative für Persönlichkeitsrechte bereitet sich für den 13. November 2007 vor. Auf dieses Datum wurden zwei kritische Gerichtsverfahren des Gerichts für administratives Recht in Kairo zum bereits vierten Mal verschoben, die die Rechte der ägyptischen Bahá’í betreffen.

Die Ägyptische Initiative für Persönlichkeitsrechte (EIRP), eine Menschenrechtsorganisation, die von Herrn Hossam Bahgat geleitet wird, hat diese Klagen im Namen der ägyptischen Bahá’í eingebracht.

Um die Bedeutung, die Signifikanz und den aktuellen Stand dieser Gerichtsverfahren nachzuvollziehen, hat die Initative eine Pressemitteilung am 5. September 2007 – einen Tag nachdem eine Entscheidung vom Gericht zum dritten Mal verschoben wurde – veröffentlicht.

Es ist zu hoffen, dass das Gericht seiner aufgetragenen rechtlichen Verantwortung und Verpflichtung gerecht wird und allen ägyptischen Staatsbürgern – den Bahá’í eingeschlossen – zivile Rechte garantiert, wie es auch in der ägyptischen Verfassung festgehalten ist.
Jede geringere Entscheidung wäre ein Verstoß gegen sämtliche akzeptierten Normen, den Menschenrechten und dem ägyptischen Gesetz selbst. Ohne Personalausweis sind Bahá’í in ihrem eigenen Land massiven Konsequenzen ausgesetzt.

Orginalquelle: Baha’i Faith in Egypt

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Mutiges und konsequentes Verhalten September 28, 2007

Posted by geraniol in Angst, Artikel 3, Artikel 21, Birma, Demokratie, Demonstration, Gewalt, Ghandi, Satyagraha, Todesopfer, Widerstand.
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Die Welt schaut diese Tage gebannt nach Birma.
Schon 1988 wurde in dem Land eine Demokratiebewegung blutig niedergeschlagen und seit kurzem sind auch jetzt erste Todesopfer zu beklagen.

In Artikel 21 der Menschenrechte heißt es, dass jeder das Recht hat, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken. Weiters bildet der Wille des Volkes die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt.

Letzteres – eine Autoriät für die öffentliche Gewalt – dürfte nicht gegeben sein, da sich die Militärjunta gegen einen Willen des Volkes stellt – und das auf brutale Art und Weise indem sie gegen Demonstranten vorgeht.

Erfreulich sind daher Berichte, dass mehrere Soldaten den Gehorsam verweigert hätten.

Jeder hat ein Gewissen und an ein solches kann jeder Mensch appelieren.
Mahatma Ghandi ist in die Geschichte eingegangen für sein Konzept des gewaltlosen Widerstands. Wenn man um eine Wahrheit weiß, kann man an dieser konsequent festhalten, auch wenn das bedeuten kann, zu einem Opfer zu werden.

Das alles klingt sehr einfach – zu einfach. Wäre da nicht die Angst. Angst vor anderen, die glauben, ihrerseits die Wahrheit zu besitzen und mit Gewalt durchsetzen zu dürfen. Und wie die Geschichte zeigt, bleibt es in der Regel auch nicht bei der Angst. Es folgt der Horror wenn letzteres stattfindet.

Die Menschenrechte wurden – in der Hoffnung, dass ein solcher Horror nicht wieder aufkommt – zu einer Zeit deklariert, als die Welt in einem bisher nicht gekannten Ausmaß erschüttert wurde.

Und obwohl sich die Geschichte wiederholt: hat nicht dennoch Entwicklung stattgefunden? Aber hat man nicht gleichzeitig auch das Gefühl, dass es immer größere Extreme in der Welt gibt? Ich glaube gerade heute sollten wir alle bewusst mutiges Verhalten an den Tag legen & uns für die Menschenrechte engagieren!

Regelmässig bezahlter Urlaub für jedermann! September 16, 2007

Posted by geraniol in Alleinerziehende, Arbeit, Artikel 16, Artikel 24, Familie, Ferienwerk, idealistisch, Katholik, katholisch, kinderreiche Familie, Utopie.
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Zurück von meinem Urlaub möchte ich zuerst 1leben für den ersten Kommentar auf diesem Blog danken!
Es ist richtig! Die Familie ist die Grundeinheit unser Gesellschaft wie es in Artikel 16 heißt. In nicht weniger als vier Artikeln wird sie erwähnt. Wie soll ein Ziel wie Friede überhaupt erreicht werden, wenn es nicht gelingt in der Familie Einheit zu schaffen? Die Verantwortung liegt ganz klar bei jedem Einzelnen. Dieser Blog soll ein Bewusstsein dafür schaffen.

Ich bin also zurück von meinem bezahlten Urlaub. Auf einen solchen habe ich glücklicherweise Recht und konnte also von diesem Gebrauch machen. Damit bin ich – in einem entwickelten Land – ja auch nicht der Einzige.
Aber, wer hätte gedacht, dass das Recht auf bezahlten Urlaub nach Artikel 24 auch Menschenrecht ist und daher jedem Menschen zusteht? Mich hat es jedenfalls doch überrascht, dass eine konkrete Forderung mit Punkten wie diesen von so unmittelbarer Relevanz für mich ist:

  • Erholung und Freizeit
  • vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit
  • regelmäßig bezahlter Urlaub

Offensichtlich werden in den Menschenrechten großartige Dinge gefordert, aber folgende Fragen drängen sich dabei doch auf:

  • Ist das Ziel auf bezahlten Urlaub nicht etwas hochgegriffen wenn es zur Zeit ganz andere Menschenrechtsverletzungen in der Welt gibt?
  • Sind die Menschenrechte nicht zu idealistisch oder utopisch wenn sie Sachen wie bezahlten Urlaub für jeden verlangen?
  • Gibt es Unterschiede in der Gewichtigkeit der Menschenrechte und wenn ja, kann man diese in Kategorien einteilen?

Damit möchte ich also ein erstes Stöckchen in diesem Blog werfen. 🙂

PS: Bei meiner Webrecherche habe ich übrigens ein katholisches Ferienwerk gefunden, das einen Fond zur Familienerholung in’s Leben gerufen hat, um auch Familien mit einem geringen Einkommen, Alleinerziehenden und kinderreichen Familien einen Familienurlaub zu ermöglichen. Eine tolle Sache!
PPS: Nein, ich bin kein Katholik und stehe auch in keiner Verbindung zu dem Ferienwerk. 😉

Hinrichtung dank Gouverneur gestoppt. August 31, 2007

Posted by geraniol in Artikel 3, Hinrichtung, Leben, Todesstrafe.
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Als ein Gegner der Todesstrafe freue ich mich auch einmal besonders, denn Kenneth Foster darf leben.
Sechs Stunden vor seiner geplanten Hinrichtung hat der texikanische Gouverneur Rick Perry seine Strafe in eine lebenlange umgewandelt und ist damit der Empfehlung seiner Behörde für Bewährung und Begnadigung gefolgt. Er kommentierte sein Vorgehen wie folgt:

„Nach sorgfältigem Abwägen der Fakten in diesem Fall und angesichts der Empfehlung der Begnadigungsbehörde glaube ich, dass es die richtige und gerechte Entscheidung ist, Fosters Urteil von einer Todesstrafe in lebenslänglich zu verwandeln.“

Er folgt damit Artikel 3 der Menschenrechte, der jedem Menschen ein Recht auf Leben einräumt.

Genauso wie zu kritisieren ist, wann immer Macht falsch ausübt wird, ist es nur fair und angebracht, Menschen in Machtpositionen zu loben, wenn sie – wie in diesem Fall – auf gerechte Art und Weise ihren Einfluß einzusetzen vermögen.

Es wäre allerdings sehr schön gewesen, wäre der Anlass für ein explizites Bekenntnis zu den Menschenrechten genutzt worden.
Davon war nämlich nicht die Rede.

Religionsfreiheit in Ägypten? August 18, 2007

Posted by geraniol in Artikel 2, Artikel 18, Ägypten, Baha'i, Christentum, Islam, Religionsfreiheit, Staatsbürgerschaft.
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Ein auf Compass Direct News erschienener Artikel veranschaulicht ein interessantes Dilemma. Es ist die Geschichte eines ägyptischen Mannes, der beschlossen hat, vom Islam zum Christentum zu konvertieren und sich nun in einer sehr prekären Lage wiederfindet. Ihm wird kein Personalausweis ausgestellt, der ihn als Christen ausweist.
Für sein Recht auf Ausstellung eines Personalausweises, geht er nun vor Gericht.

Bisher werden Bahá’ís ihre zivilen Rechte in Ägypten verweigert. Als Rechtfertigung wird angeben, den Bahá’í-Glauben nicht anzuerkennen. Ägypten hat klar festgehalten, dass es nur drei Religionen als göttliche anerkennt: konkret ist das der Islam, das Christentum und das Judentum. Offiziell wird jedem Anhänger und jeder Anhängerin dieser Religionen volle Staatsbürgerschaft gewährt.

Nun aber liegt ein Fall vor, in dem ein Mann, der einer von drei in Ägypten angeblich anerkannten Religionen angehört, aber offensichtlich seiner Rechte beraubt wird, da er vom Islam zum Christentum konvertiert ist.

Im Gegensatz dazu ist der rechtliche Übertritt vom Christentum zum Islam häufig in Ägypten und tatsächlich haben die, die konvertieren keinerlei Schwierigkeiten Personalausweise zu erhalten, die sie als Muslime ausweisen.

Quelle: Baha’i Faith in Egypt – eٍine Übersetzung aus dem Englischen.